Kammermusik
BOKEH
| Besetzung | zwei Mandolinen |
| beendet | 06.09.2010 |
| Widmung | Caterina Lichtenberg und Mike Marshall |
| Sätze | – |
| Länge | ca. 4 min. |
| Uraufführung | 07.11.2011 in der Bundesmusikakademie Trossingen durch Caterina Lichtenberg und Mike Marshall |
| Verlagsausgabe | – |
»Bokeh« kommt aus dem Japanischen und bedeutet »unscharf, verschwommen«. Es bezeichnet in der Fotografie die aus gestalterischen Gründen gewollt unscharfen Bereiche einer Aufnahme.
BOKEH für zwei Mandolinen spielt mit dieser Bedeutung. Es treten immer wieder Strukturen auf, die sich rhythmisch überlagern und dadurch »unscharf« wirken. Aus diesen treten dann Motive hervor, so wie das Motiv in einer Fotografie vor dem verschwommenen Hintergrund hervortritt.
BOKEH arbeitet mit pentatonischen Elementen, wie man sie in der japanischen Musik findet, und mit jazzigen Elementen, die eher in Amerika zuhause sind. Die Grenzen dazwischen sind mal scharf, mal unscharf gestaltet, was dem Titel des Stücks eine weitere Bedeutungsebene gibt.
Canyon
| Besetzung | Mandoline und Mandola |
| beendet | 30.06.2004 |
| Widmung | Christian Laier und Takaaki Shibata |
| Sätze | 1. Vivo. attacca: – 2. Lento. attacca: – 3. Allegro |
| Länge | 2:30 min – 2:10 min. – 2:20 min. |
| Uraufführung | 19.09.2004 in der ev. Kirche Wickenrode durch die Widmungsträger |
| Verlagsausgabe | Joachim-Trekel-Musikverlag |
Der Titel nimmt auf die Klangsprache bezug: Die plötzlichen Register- und Dynamikwechsel, Unisoni und Pausen sind von dem Gedanken schroffer Gebirgsformationen inspiriert. Dazwischen liegen flächigere Abschnitte wie z. B. das Thema des zweiten Satzes.
Die Harmonik besteht im wesentlichen aus drei Elementen. 1. tonale Dreiklänge, die frei miteinander verbunden werden. 2. Chromatik und Ganztonleitern. 3. Schichtungen von Quinten und Tritoni.
Der erste Satz beginnt nach einem »akustischen Doppelpunkt« mit einem chromatisch geprägten Thema, das zuerst unisono, dann nacheinander in beiden Instrumenten exponiert wird. Es folgt ein zweites Thema, das von der Mandoline aus freien Akkordverbindungen gebildet und von der Mandola mit einem markanten Rhythmus begleitet wird. Beide Themen werden anschließend verarbeitet, wobei insbesondere ihre rhythmische und harmonische Dimension im Vordergrund steht. Der Satz endet nach effektreichen Verstrickungen ruhiger mit einer Reprise des Seitenthemas.
Duetto Mobilé
| Besetzung | Querflöte und Gitarre |
| beendet | 07.08.2000 |
| Widmung | Michaela Heberer |
| Sätze | 1. Mäßig bewegt – 2. Recht zügig – 3. Wiegende Achtel, alla Siciliana – 4. Andante. Heiter, wie ein Tanz – 5. Ruhig |
| Länge | 2:40 min – 2:15 min. – 2:30 min. – 2:15 min. – 2:35 min. |
| Uraufführung | 17.06.2001 Musikschule »Leo Spies« in Berlin-Prenzlauer Berg mit Ariane Zernecke-Lorch, Mandoline (statt Querflöte) |
| Verlagsausgabe | – |
Der Kopfsatz ist ein Moderato in ABA-Form, das sich im Hauptteil auf C-dur beziehen lässt und im Mittelteil quer durch den Quintenzirkel wandert. Charakteristisch ist die gleichförmige Begleitung der Gitarre in Achteln mit verschiedenen Wechselnoten.
Der zweite Satz ist ein lebhaftes Scherzo, ebenfalls in ABA-Form. Der Hauptteil mit seinen vielen Offbeats und Synkopen moduliert von a-moll nach Es-dur. Es folgt der Mittelteil, in dem die punktierten Rhythmen der Flöte mit Arpeggi der Gitarre begleitet werden.
Im dritten Satz, einem Siciliano im charakteristischen 6/8-Takt, entwickelt sich eine ausdruckstarke Melodielinie, die von der Gitarre mit chromatisch fortschreitenden Harmonien unterlegt wird.
Der vierte Satz bedient sich im Hauptteil des ungewöhnlichen 7/8-Taktes. Der ruhigere Mittelteil beginnt in fis-moll und erzeugt durch seine Vorschläge und Pralltriller eine elegante Stimmung.
Der Finalsatz ist ein Andante im 3/4-Takt, das ebenfalls eine ABA-Form besitzt. Im Hauptteil wird viel mit Dur-Moll-Wechseln gespielt. Im bewegteren Mittelteil rückt die Gitarre in den Vordergrund und trägt eine romantische Melodie vor, die von der Flöte erst dezent begleitet, dann übernommen und erweitert wird.
Kleine Machnower Musik
| Besetzung | Mandoline, Mandola und Gitarre |
| beendet | 26.12.1999 |
| Widmung | Eva Frommbach |
| Sätze | 1. »Die Hohe Kiefer«: Poco allegro – 2. »Das alte Forsthaus«: Andante brokato – 3. »An der Schleuse«: Andante fluente, Allegro giocoso |
| Länge | 2:20 min. – 3:50 min. – 3:10 min. |
| Uraufführung | 06.11.2001 im Curt-Sachs-Saal des Musikinstrumentenmuseums Berlin |
| Verlagsausgabe | – |
Um der Widmungsträgerin gerecht zu werden, liegt der Fokus bei dieser Komposition auf charmanten melodischen Einfällen, nicht auf strenger Durchführungsarbeit.
Der erste Satz ist ein munteres Allegro, in dem verschiedene kleine Melodien von Stimme zu Stimme wandern. Am Ende verschmilzt alles nach einer Kadenz für die Mandola zu einer kleinen Kantilene, die die Coda des Satzes bildet.
Der zweite Satz ist geprägt von einer ruhigen Melodielinie, die immer wieder neu beleuchtet wird, und einem polyphon konzipierten Mittelteil. In die so erzeugte intime Stimmung tritt in der Coda die Kantilene aus dem ersten Satz (etwas erweitert und einen Halbton höher), die hier eher Wiegenliedcharakter annimmt.
Der dritte Satz besteht aus einer fließenden Andante-Einleitung, gefolgt von einem temperamentvollen Hauptteil, an dessen Ende wiederum die Kantilene (wiederum einen Halbton höher) des ersten Satzes erscheint, diesmal vollständig und in einer choralartigen, sehr gelösten und triumphalen Fassung.
Die »Kleine Machnower Musik« wurden 2001 beim Wettbewerb »Jugend komponiert« mit einem 2. Preis ausgezeichnet.
Kleine Sonate in A
| Besetzung | Mandoline und Gitarre |
| beendet | 12.09.2003 |
| Widmung | Edith Telschow |
| Sätze | 1. Allegro moderato – 2. Serenade: Andante sostenuto – 3. Allegro ritmico |
| Länge | 2:30 min. – 2:45 min. – 2:05 min. |
| Uraufführung | – |
| Verlagsausgabe | – |
Stilistisch ist die Sonate in einer nachklassischen bzw. nachromantischen Ebene einzuordnen. Formal wie gestisch strahlt sie schlichte Eleganz aus.
Das Stück beginnt mit einem Sonatensatz, der durch schnörkellose, fast aphoristische Kürze besticht. Im zweiten Satz wird das verträumte Mandolinenthema anfangs nur spärlich begleitet, später dann mit Akkordbrechungen bereichert. Im Mittelteil sorgt ein Durthema in etwas bewegterem Tempo für Aufhellung. Der dritte Satz liegt formal zwischen einem Finalrondo und einem fünfteiligen Scherzo. Er beginnt im volkstümlich anmutenden 7/8-Takt mit einem motorischen Thema, das unversehens die Ganztonleiter verwendet. Der Seitenteil im 4/4-Takt wandelt die Akkordrückungen des Rondothemas ab und wandert ähnlich frei wie schon der erste Satz durch den Quintenzirkel.
Quartett Nr. 1 »Manfred-Quartett«
| Besetzung | zwei Mandolinen, Mandola und Gitarre |
| beendet | 17.07.1997 |
| Widmung | Manfred Schmidt |
| Sätze | 1. Largo. Allegro – 2. Menuetto. Trio: meno mosso – 3. Andante – 4. Rondo: Allegro scherzoso |
| Länge | ca. 23:15 min. |
| Uraufführung | – |
| Verlagsausgabe | – |
Das Quartett orientiert sich stilistisch an der Wiener Klassik. Auf einen Sonatensatz mit langsamer c-moll-Einleitung folgt ein flottes Menuett mit Trio. Das Andante ist stilistisch mehr der Romantik verpflichtet, der Mittelteil arbeitet mit Material aus der Einleitung des ersten Satzes. Das Finale ist ein ausgewachsenes Sonatenrondo mit zwei kontrastierenden Seitenthemen.
Sonatine g-moll
| Besetzung | zwei Mandolinen |
| beendet | Herbst 1995 |
| Widmung | Marianne Schmidt |
| Sätze | 1. Moderato, non troppo allegro – 2. Intermezzo: Adagietto – 3. Vivace |
| Länge | ca. 8 min. |
| Uraufführung | – |
| Verlagsausgabe | – |
Streichquartett »Kleines Requiem«
| Besetzung | zwei Violinen, Viola, Violoncello, Röhrenglocken |
| beendet | August 1999 |
| Widmung | Kinderkrebsstation des Berliner Virchow-Klinikums |
| Sätze | 1. Introduction – 2. Passacaglia |
| Länge | ca. 22 min. |
| Uraufführung | – |
| Verlagsausgabe | – |
Das Stück verarbeitet Erinnerungen, die ich an meine Zeit als Zivildienstleistender im Krankenhaus habe. Die Röhrenglocken und die fast durchweg polyphone Faktur des Hauptteils sollen den sakralen Charakter des Quartetts verdeutlichen und stehen überdies dafür, dass manchen Kindern in ihren letzten schweren Wochen neben den Eltern und dem Pflegepersonal auch die Religion Mut und Stärke gegeben hat.
Vier Liebeslieder nach Texten von Erich Fried
| Besetzung | Sopran, drei tiefe Blockflöten und Gitarre |
| beendet | 25.10.2007 |
| Widmung | Angela Bertus und Mareile Busse |
| Sätze | 1. Nur nicht – 2. Aber – 3. Erwägung – 4. Was es ist |
| Länge | 8 min. |
| Uraufführung | 27.04.2008 in der Magdalenen-Kirche Berlin-Neukölln |
| Verlagsausgabe | – |
Die Liebeslieder nach Gedichten von Erich Fried entstanden auf Anregung meiner guten Freundinnen Angela Bertus und Mareile Busse.
Den vier Vertonungen liegen verschiedene harmonische Prinzipien zugrunde, mit denen versucht wurde, die kontemplative, sehnsuchtsvolle bis verklärende Stimmung der Gedichte wiederzugeben.
Das erste Lied »Nur nicht« macht häufigen Gebrauch der Ganztonleiter, sowie verminderter und übermäßiger Akkorde. Ihr Gebrauch spiegelt die Gegensätzlichkeit von Fiktion und Realität im Gedicht wieder.
Das zweite Lied »Aber« zeigt in den vielseitig parallel geführten Stimmen den gemeinsamen Lebensweg der beiden Individuen und ihre sich verändernde Beziehung zu einander.
Im dritten Lied »Erwägung« finden verschiedenste Sext-, Sept- und Nonakkorde Anwendung, die mir ihren schillernden Farben die Abwägung und die im Text gezeigte Irrelevanz derselben nachzeichnen.
Das vierte Lied »Was es ist« fokussiert schließlich mit seinen Akkorden aus Quarten, Quinten und Tritoni die Ambivalenz und gleichzeitige Faszination der Liebe als höchstes menschliches Gut.








