Werke für Zupforchester
Capriccio
| Besetzung | Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | 27.08.2002 |
| Widmung | Landesjugendzupforchester Brandenburg/Berlin (LJZO) |
| Sätze | – |
| Länge | 6 min. |
| Uraufführung | 26.10.2003 in der Auenkirche Berlin-Wilmersdorf durch das LJZO |
| Verlagsausgabe | Vogt & Fritz |
Das »Capriccio« ist ein Konzertstück in klassischer ABA-Form mit einer langsamen Einleitung. Das einleitende Adagio enthält bereits einige der im Hauptteil wichtigen Elemente des Stücks: das Kreisen um den Ton bzw. die Tonart e, die Quart- und Quintschichtungen der Akkorde, den Rhythmus »kurz-lang-kurz«, den Tritonus als wichtiges Begleitintervall. Es folgt der Hauptteil, ein Vivo, in dem sich das Geschehen zumeist um ein markantes rhythmisches Ostinato rankt. Der Mittelteil (Moderato, »groovy« – eigentlich ein Tango!) exponiert ein Thema in der Mandola, das in der 2. Mandoline fortgesetzt wird. Das Material wird motivisch und kanonisch verarbeitet und erscheint zweistimmig in rhythmischer Variation. Percussion-Effekte erhalten Einzug ins Geschehen, bevor in den Tiefen des Orchesters eine kurze Schlusswendung erklingt und der Hauptteil wiederholt wird. Die Coda arbeitet mit dem Thema des Mittelteils, verbindet es mit dem Ostinatorhythmus des Hauptteils und erzeugt einen triumphalen Abschluss des Ganzen.
Concerto da Camera
| Besetzung | Zupfensemble oder -orchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | 01.11.2006 |
| Widmung | Spielkreis für Zupfinstrumente Berlin |
| Sätze | 1. Allegro fluente – 2. Andante molto sostenuto e cantabile – 3. Allegro assai |
| Länge | 10 min. |
| Uraufführung | 20.11.2010 im Fontanehaus Berlin durch das TegÕler Zupforchester Berlin (TZO) |
| Verlagsausgabe | Joachim-Trekel-Musikverlag |
Das »Concerto da Camera« entstand auf Anregung des Spielkreises für Zupfinstrumente, der aus dem Teg'ler Zupforchester hervorgegangen und in Berlin tätig ist.
Es handelt sich um eine barock-klassische Komposition in drei Sätzen, bei der besonderen Wert darauf gelegt wurde, trotz leichter Spielbarkeit ein ansprechendes musikalisches Geschehen zu erzeugen, das nicht nur ästhetischen sondern auch künstlerischen Ansprüchen genügt.
Der erste Satz ist dreiteilig und beginnt direkt mit einem fröhlichen Hauptthema. Der Seitensatz moduliert von C-dur nach G-dur und führt zur Wiederholung des Hauptthemas. Nach einer Zäsur beginnt der kontrastierende Mittelteil in B-dur. Eine lyrische Melodie wird exponiert und anschließend reichhaltig erweitert, bevor wieder der Hauptteil erklingt. Eine kurze Coda beschließt diesen freundlichen Kopfsatz.
Der zweite Satz besteht hauptsächlich aus Akkordbrechungen, die eine besondere Ruhe in der Ausführung verlangen. Die Bewegung wandert von der ersten Stimme zur Mandola und zurück, dann erklingt der resolute Mittelteil. Seine scharfen Punktierungen wirken streng und kontrastieren stark mit den fließenden Bewegungen des Hauptteils. Diese beiden Charakteristika werden zu Beginn der Reprise miteinander verbunden, und am Ende bleiben die Akkordbrechungen des Anfangs in feinstem Pianissimo.
Der dritte Satz ist ein übermütiger Kehraus: Sein schwungvolles Thema bricht in der Wiederholung überraschend ab und wird fugiert durchgeführt. Die tumultartige Polyphonie dieses Teils führt plötzlich zum Seitensatz des Themas zurück und leitet die kurze Schlusswendung ein, die das Werk stimmig abrundet.
Concerto No. 1
| Besetzung | Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | Februar 1998 (revidierte Fassung, Erstfassung 1995) |
| Widmung | Heinz Pfalzgraf (posthum) |
| Sätze | 1. Allegro – 2. Andante con moto – 3. Allegro giocoso |
| Länge | 11 min. |
| Uraufführung | 05.12.1998 im Fontanehaus Berlin durch das Teg'ler Zupforchester Berlin (TZO) |
| Verlagsausgabe | – |
Das Concerto ist stilistisch romantisch bis folkloristisch gehalten; es bedient sich jedoch klassischer Formmodelle. Das beginnende Allegro ist ein Sonatensatz mit drei Themen. Der einleitenden Kette von verminderten Dreiklängen kommt insofern eine formbildende Rolle zu, als dass sie auch vor Reprise und Coda wieder auftaucht.
Der zweite Satz besticht durch romantisch verschleierte Harmonik. Im Mittelteil wird das fröhliche Dur-Thema zuerst den Gitarren anvertraut.
Im dritten Satz erklingt nach einer langsamen Einleitung ein schwungvolles Thema. Der kontrastierende Mittelteil verarbeitet Material aus dem zweiten Satz.
Das Concerto wurde 2007 einer zweiten Revision unterzogen, durch die insbesondere der dritte Satz eine neue Gestalt erhielt.
Concerto Nr. 2
| Besetzung | Violine solo und Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | 21.12. 1997 |
| Widmung | – |
| Sätze | 1. Allegro moderato – 2. Andante sostenuto – 3. Molto vivo e ritmico |
| Länge | ca. 18 min. |
| Uraufführung | 19.06.2004 im Konzertsaal der UdK Berlin durch das Landeszupforchester Berlin (LZO) |
| Verlagsausgabe | – |
Das Concerto Nr. 2 ist der erste Schritt in harmonische Gebiete jenseits der Tonalität. Es beginnt mit einem Sonatensatz, der traditionell zwei Themen exponiert. Diese werden ausführlich durchgeführt, die resultierenden Charaktere sind mannigfaltig.
Im zweiten Satz werden einem kontemplativen Thema, das wie in einer Passacaglia auftritt, in zehn Variationen verschiedenste Gegenstimmen hinzugefügt.
Das Finale schließt sich attacca an den langsamen Satz. Tumultartig wechseln sich mehrere kleine Motive ab, bevor im Mittelteil ein grotesker Tanz an Schostakowitsch erinnert. Nach einer großen Kadenz, in der alle Themen des Konzertes wiederkehren, erklingt die Reprise des Hauptteils. Buntes Treiben in allen Stimmen, dann eine Reminiszenz an den Kopfsatz und schließlich eine Stretta, die das Konzert temperamentvoll beschließt.
Concero Nr. 3
| Besetzung | Mandoline solo, Schlagzeug und Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | 26.01.2009 |
| Widmung | Berliner Zupforchester (BeZO) |
| Sätze | 1. Allegro – 2. Largo – 3. Grave. Allegretto |
| Länge | ca. 17 min. |
| Uraufführung | 03.05.2009 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie durch das Berliner Zupforchester |
| Verlagsausgabe | – |
Das Concerto Nr. 3 bewegt sich stilistisch auf dem Pfad Dmitri Schostakowitschs. Vorbilder waren besonders die Symphonien und Konzerte des russischen Komponisten.
Der erste Satz ist ein klassischer Sonatensatz. Nach einem Schlag der großen Trommel beginnt das Soloinstrument fast unbegleitet mit dem Hauptthema. Die folgenden Motive sind vielfältig, nach der dramatischen Durchführung und einer langen Kadenz erklingt die Reprise im Gewand eines Marsches.
Die kontemplative Stimmung des zweiten Satzes macht ihn zum emotionalen Höhepunkt des Konzerts. Zwei Themen wechseln einander ab, so dass eine fünfteilige Form entsteht.
Der dritte Satz ist ein temperamentvolles Finale, das nochmals Material des ersten Satzes verarbeitet. Hier kann die Solomandoline ihre Virtuosität unter Beweis stellen.
Salzburger Konzert
| Besetzung | Mandola solo, Blockflötenquartett und Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre und Kontrabass) |
| beendet | 27.05.2004 |
| Widmung | – |
| Sätze | 1. Allegro non troppo – 2. Andante sostenuto – 3. Allegro |
| Länge | ca. 18 min. |
| Uraufführung | 28.05.2005 im Fontanehaus Berlin durch Takaaki Shibata (Mandola) und das Teg'ler Zupforchester Berlin (TZO) |
| Verlagsausgabe | geplant |
Das »Salzburger Konzert« ist eine Hommage à Mozart und bewegt sich somit stilistisch im Bereich der Wiener Klassik.
Der Kopfsatz ist nach klassischem Vorbild ein Sonatensatz mit doppelter Exposition, das Soloinstrument tritt erst in der Wiederholung in Erscheinung. Es entwickelt sich ein Dialog, an dem Solist und Orchester gleichberechtigt teilhaben. Gegen Ende des Satzes hat der Solist Gelegenheit, sein Können in einer Kadenz unter Beweis zu stellen.
Im langsamen Satz wechseln melancholische und schwelgerische Melodien einander ab. Auch hier begleiten sich Solist und Orchester gegenseitig.
Der dritte Satz ist ein flottes Rondo. Dem Hauptthema werden zwei kontrastierende Gedanken gegenübergestellt, die bei ihrer Wiederkehr miteinander verbunden werden. Nachdem Achteltriolen in den 2/2-Takt Einzug erhalten, findet das Konzert einen schwungvollen Abschluss.
Rituel
| Besetzung | Zupforchester (Mandoline 1/2, Mandola, Gitarre 1/2 und Kontrabass) |
| beendet | 27.06.2010 |
| Widmung | Landesjugendzupforchester Brandenburg/Berlin (LJZO) |
| Sätze | – |
| Länge | 6:40 min. |
| Uraufführung | 05.06.2011 in der Kirche zu Müncheberg durch das Landesjugendzupforchester Brandenburg/Berlin (LJZO) |
| Verlagsausgabe | Joachim-Trekel-Musikverlag |
»Rituel« entstand auf Anregung von Christian Laier für das Landesjugendzupforchester Brandenburg/Berlin. Inspirationsquelle waren die rhythmischen Strukturen in Werken Yasuo Kuwaharas wie auch diejenigen in Strawinskis »Sacre du Printemps«.
Das Stück beginnt mit einer nervös wirkenden Einleitung, die in die Klangwelt des folgenden Rituals einführt. Die vorgestellten Elemente (Chromatik, sich überlagernde Strukturen, schroffe dynamische Gegensätze, plötzliche Unisoni) werden den musikalischen Verlauf maßgeblich mitgestalten.
Der Hauptteil beginnt als Tanz mit unregelmäßg wirkenden Rhythmen, die sich im Orchester aufschichten. Ein Thema erklingt in der Manola, das nach einer motorischen Steigerung kanonisch weitergeführt wird. Der Hauptteil endet dissonant mit grellen Ostinati, zu denen der kontemplative Mittelteil den größtmöglichen Kontrast bildet.
Eine Solomandoline stellt mit ihrem Tremologesang die Anbetung bzw. Weihe im Rahmen des Rituals dar. Am Ende dieses Abschnitts erscheint eine kleine Floskel aus dem Beginn des »Sacre« als Reverenz an Strawinski, dann führt ein hektisch ausbrechender Unisonolauf in den Tanz zurück.
Nach verkürzter Reprise des Hauptteils kehren in der Coda Elemente aus der Einleitung wieder. Eine weitere Steigerung mit rhythmischen Ostinati, diesmal jedoch nicht grell, sondern grimmig in tiefe Register, dann findet das Stück nach kurzer Reminiszenz durch die Solomandoline einen kraftvollen Abschluss.
»Rituel« wurde beim internationalen Kompositionswettbewerb »José Fernández Rojas 2010« in Logroño, Spanien mit dem 1. Platz ausgezeichnet.




