Canyon


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Besetzung Mandoline und Mandola
beendet 30.06.2004
gewidmet Christian Laier und Takaaki Shibata
Sätze 1. Vivo. attacca: – 2. Lento. attacca: – 3. Allegro
Länge 2:30 min – 2:10 min. – 2:20 min.
Uraufführung 19.09.2004 in der ev. Kirche Wickenrode durch Christian Laier und Takaaki Shibata

Der Titel nimmt auf die Klangsprache bezug: Die plötzlichen Register- und Dynamikwechsel, Unisoni und Pausen sind von dem Gedanken schroffer Gebirgsformationen inspiriert. Dazwischen liegen flächigere Abschnitte wie z. B. das Thema des zweiten Satzes.
Die Harmonik besteht im wesentlichen aus drei Elementen. 1. tonale Dreiklänge, die frei miteinander verbunden werden. 2. Chromatik und Ganztonleitern. 3. Schichtungen von Quinten und Tritoni.

Der erste Satz beginnt nach einem »akustischen Doppelpunkt« mit einem chromatisch geprägten Thema, das zuerst unisono, dann nacheinander in beiden Instrumenten exponiert wird. Es folgt ein zweites Thema, das von der Mandoline aus freien Akkordverbindungen gebildet und von der Mandola mit einem markanten Rhythmus begleitet wird. Beide Themen werden anschließend verarbeitet, wobei insbesondere ihre rhythmische und harmonische Dimension im Vordergrund steht. Der Satz endet nach effektreichen Verstrickungen ruhiger mit einer Reprise des Seitenthemas.

Ein Liegeton der Mandoline leitet den zweiten Satz ein. Es erklingt eine Kantilene zu einem langsamen Harfenarpeggio der Mandola. Die Kantilene wird mit reduzierter Begleitung wiederholt. Bei einer zweiten Wiederholung wechselt die Melodie zwischen beiden Instrumenten, das jeweils andere ergänzt das Tonmaterial zur Zwölftönigkeit. Es folgt ein Rezitativ, an das sich die Wiederkehr der Anfangsmelodie anschließt. Der Satz klingt mit einem synkopierten Flageolett der Mandoline aus.

Der dritte Satz beginnt stürmisch mit Sechzehntelläufen in beiden Instrumenten. Das schwungvolle Rondothema lässt kurzzeitig ein A-dur aufleuchten, das jedoch schnell freieren Akkordverbindungen Platz macht. Das erste Seitenthema erscheint in Form einer Reprise des Hauptthemas aus dem ersten Satz. Das Rondothema kehrt ein wenig durchgeführt zurück. Als zweites Seitenthema erklingt die Kantilene des zweiten Satzes in einer schimmernden bitonalen Variante. Den Schluss bildet das Rondothema, aus dem in der Coda ein virtuoser Abschluss gebildet wird.